So machte wir uns also auf den Weg uns wussten oft morgens nicht, wo wir abends schlafen würden. Manche würde jetzt mit den Augen rollen, aber ich denke, wir sind noch jung genug, um spontan zu sein und ein Abenteuer zu wagen.
Nachdem also unsere Ferienwohnung auslief und wir uns noch einige letzte Tipps von polish-online zusammengetragen haben, was man noch so in Polen machen könnte, bevor man weiter zieht, kam unser Vermieter und lud uns auf einen Wodka ein. Selbstverständlich lehnt man den nicht ab, auch wenn man noch fahren muss. Für deutsche Verhältnisse unvorstellbar - hier Teil der Kultur. Als wir mit Viktor da so saßen hatte er uns geraten als nächstes nach Litauen zu fahren und so kam es.
Litauen ist wunderschön mit tollen Ostseestränden und schönen Menschen und Bauten. Es hat uns allerdings sehr an Deutschland erinnert. Zum Teil war es ja auch einst Preußen. Nach einer Nacht in Klaipeda und einem Tagesausflug nach Vilnius sind wir weiter nach Riga, dem Paris des Ostens. Was für eine berauschende Großstadt, wo man sie nicht vermutet. Viele alte Bauwerke sind sehr erhalten und prägen die mittelalterliche Innenstadt.
Tallin hat uns weniger gefallen. Viele düstere Ecken haben einen etwas beunruhigt, sodass wir dort nicht über Nacht geblieben sind. Stattdessen sind wir weiter in den Osten, in Bereiche, wo man schon langsam nicht mehr sein möchte. Man merkt, dass man weit im Osten ist, wenn man auf geschätzen sicheren Seiten, wie dieser keine Unterkünfte mehr findet. Wir waren in Russland, was kein gutes Land ist um herumzuirren. Auf der Straße nach St. Petersburg haben wir uns verfahren und haben letzten Endes Hilfe von einem englishsprachigen Russen bekommen, der so unheimlich aussah, dass meine Frau mir wortwörtlich einen Arschtritt geben musste, damit ich ihn frage, wo es lang geht. Sonst bin ich nicht so. Im Endeffekt war St. Petersburg wunderschön und wir hätten gern mehr Zeit dort verbracht, aber der Urlaub ging dem Ende zu und so machten wir uns von dort wieder direkterweise ohne längere Zwischenaufenthalte auf den Rückweg. Was für eine Reise!